Blick von der Seilbahn zum Tafelberg mit Seilbahnkabeln auf Kapstadt mit Meer und mehreren Schiffen im Hintergrund

Kapstadt und die Kaphalbinsel von A – Z

Der erste Teil unserer kleinen Südafrika-Serie

(Reisezeit Februar 2026)

Auto: Günstig. Wir haben in Deutschland gebucht, mit vollem Versicherungsschutz ohne Selbstbeteiligung. Kostenpunkt für 14 Tage inklusive Einweggebühr: 376 € – also rund 27 € pro Tag.

Benzin: Günstig. Rund 1,10€ bis 1,40€ pro Liter (Stand Juni 2026). Tankstellen werden von Tankwarten bedient. 20 Rand Trinkgeld sind angemessen. Entlang der Garden Route und in Kapstadt gibt es ausreichend Tankstellen.

Flug: Direktflüge von Deutschland nach Kapstadt gibt es ganzjährig mit Condor über Frankfurt und im Winterhalbjahr mit Lufthansa über München. Ab etwa 850€ pro Person in der Economy. Flugzeit zwischen 11 und 12 Stunden. Der Flughafen in Kapstadt ist überschaubar und gut organisiert.

Geld: Währung ist der Südafrikanische Rand ZAR. 100 Südafrikanische Rand entsprechen ca. 5,30 € (Stand Juni 2026). 1 € sind ca. 20 Rand.

Bezahlen mit Kreditkarte ist verbreitet. Bargeld ist notwendig bei Trinkgeldern und für die überall präsenten „freiberuflichen“ Parkwächtern, denen man 20 – 50 Rand fürs Aufpassen aufs Auto etwa vor einem Restaurant oder Supermarkt geben sollte.

Aus Geldautomaten kommen meistens als kleinste Einheit 50-Rand-Scheine (ca. 2,50 €).

Mobilfunk/Internet: Die gängigen eSim und physischen SIM-Karten für Südafrika funktionieren gut. Es kann sinnvoll sein, sie schon in Deutschland zu kaufen, um vor Ort gleich Netz zu haben.

WLAN ist in Kapstadt und anderen touristischen Orten und in Restaurants und Unterkünften stabil vorhanden. Wenn es zu den geplanten Stromausfällen („Load Shedding“, siehe „Strom/Adapter“) kommt, fallen allerdings auch vielerorts die Router aus. Das Telefonnetz entlang der Garden Route und in Kapstadt war während unserer Reise meist stabil.

Preisniveau: Günstig bis Mittel. Vor allem die Kaphalbinsel und die Garden Route sind die touristischen Hotspots von Südafrika und entsprechend teurer. Insgesamt ist das Preisniveau 30 bis 50 Prozent niedriger als in Deutschland.

Reisezeit und Klima: Das südliche Südafrika hat das ganze Jahr über ein relativ mildes, gemäßigtes Klima ohne ausgeprägte Regenzeit. Von Dezember bis Februar ist Hochsommer mit Temperaturen bis zu 30 Grad. Während unserer Reise im Februar war es mit durchschnittlich etwa 25 Grad angenehm warm, aber nicht heiß. Es gab einige Regentage und vor allem an der Küste war es oft recht windig. Die Wassertemperatur war meist auch dem abgehärteten HerrBert zu kühl zum Schwimmen.

Zwischen Juni und November sind in der Gegend um Hermanus an der Garden Route viele Wale direkt vor der Küste zu sehen.

Sicherheit: Kapstadt ist eine südafrikanische Großstadt und zumindest für Erstbesucher empfielt sich die entsprechende Umsicht: teuren Schmuck und Statussymbole zuhause lassen, mit Handy und Kamera diskret umgehen. Nur tagsüber und in Touristengegenden zu Fuß gehen, nachts auch für kurze Strecken einen Uber nehmen.

Wir haben keine Situationen als außerordentlich gefährlich empfunden, hielten aber auch mehr Sicherheitmaßnahmen ein als sonst. Etwa das Auto auch tagsüber beim Fahren immer von innen verschlossen und beim Anhalten an Kreuzungen die Fenster geschlossen gehalten.

Sprache: Englisch ist eine der Amtssprachen in Südafrika.

Strom/Adapter: Für deutsche Schuko-Stecker sind Adapter des Typs D, M, N nötig, die man am besten aus Deutschland mitbringt.

In ganz Südafrika herrscht ein staatliches Strommanagement, das die Möglichkeit zum „Load Shedding“ vorsieht – das geplante Abschalten lokaler Teile der Stromversorgung an festgelegten Orten zu vorgesehenen Zeiten. Um im Voraus zu wissen, ob unsere Route betroffen ist, haben wir schon zuhause die „ESC“ (EskomSePush)-App des staatlichen Stromversorgers heruntergeladen. Diese ist gut nutzbar und verständlich. Allerdings haben wir während unserer ganzen Reise im Februar 2026 keine Stromausfälle erlebt.

Es empfiehlt sich dennoch, immer eine geladene Powerbank dabei zu haben.

Verkehr: In ganz Südafrika herrscht Linksverkehr. In Kapstadt gibt es sehr häufig Staus.

Die Straßen sind in gutem Zustand und es sind fast nur neue und blitzblank geputzte moderne Mittelklassewagen zu sehen. Warum? Wir haben keine Ahnung. „Südafrikaner lieben Autos“, war die Antwort, die wir von Einheimischen auf unsere Frage bekamen.

Wasser: Das Wasser in Kapstadt hat grundsätzlich Trinkwasserqualität. Um durch die kurze Reise mit wenig Eingewöhnungszeit für den Magen dennoch kein Risiko einzugehen, haben wir zum Trinken und Zähneputzen abgefülltes Trinkwasser aus dem Supermarkt verwendet. Dieses wird in vielen Unterkünften kostenlos bereitgestellt.

In Restaurants und Bars kann man bedenkenlos Salat etc. essen und Getränke mit Eiswürfeln trinken.

FAQ – unsere Antworten

Hinkommen: Gibt es Alternativen zur Condor?

Nicht, wenn man im Sommer aus Deutschland direkt fliegen möchte (ab Frankfurt). Im Winter fliegt auch die Lufthansa direkt ab München. Umsteigeverbindungen gibt es von fast allen europäischen Fluggesellschaften über die jeweiligen Drehkreuze. Von den früher beliebten Verbindungen über Dubai und Doha, falls sie überhaupt angeboten werden, wird dringend abgeraten.

Rumkommen: Braucht man ein Auto mit Allradantrieb?

Nein, ein normales Auto genügt. Die Straßen sind auch außerhalb von Kapstadt gut und es empfielt sich aus mehreren Gründen, auf diesen zu bleiben.

Unterkommen: Hotel oder Ferienwohnung?

Wir wohnen auf Reisen am liebsten in Appartements mit Küche, da wir uns gerne selbst versorgen. Diese finden wir über die gängigen Portale. In Kapstadt und danach auch an der Garden Route haben wir, mit ein paar wenigen Ausreißern nach oben, vorwiegend ordentliche, aber manchmal etwas uninspiriert oder mit Omas abgelegten Möbeln eingerichtete Unterkünfte gefunden.

Den Magen vollbekommen: Ist Essen teuer?

Essen in Restaurants ist etwa 30 bis 50 Prozent billiger als in Deutschland. Die Qualität ist durchgängig sehr gut.

Wer sich selbst versorgt, findet überall Supermärkte des südafrikanischen Ablegers der Kette „Spar“ mit großem Angebot an frischem Gemüse, Obst und allem anderen. Die Produkte ähneln dem aus Deutschland bekannten Sortiment, sind aber auch ergänzt mit südafrikanischen Spezialitäten wie Rinderlippenragout und Kutteleintopf.

An Bargeld kommen: Gibt es genügend Geldautomaten?

Ja, in vielen Restaurants und auch in den meisten Supermärkten gibt es Geldautomaten.

Kapstadt: unsere Tipps nach Stadtteilen

Hinweis: Diese Orte haben wir alle selbst getestet und Ausgaben selbst bezahlt. Wir haben keine Vorteile von der Nennung. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Stand: Februar 2026.

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt mit dicht bebauten Stadtgebieten und Bergen im Hintergrund
Kapstadt: Weitläufig liegt es wie eine Decke zwischen den Hügeln

Cape Town ist eine weitläufige Stadt mit knapp 5 Millionen Einwohnern. Die Viertel sind sehr unterschiedlich und liegen oft weit auseinander. Außer in der Altstadt und an der touristischen Victoria & Albert Waterfront waren wir nicht zu Fuß unterwegs. Es gibt ein bescheidenes Busnetz, dieses schien uns aber zu unübersichtlich, wenn man nur für ein paar Tage in der Stadt ist. Wer nicht selbst fahren will, ist mit Taxis und Uber gut unterwegs.

Anders als in vielen anderen Städten der Welt, wo die coolsten Tipps abseits der Touristenpfade liegen, hält man sich bei der ersten Erkundung von Kapstadt mit Vorteil an die bekannten und vielbesuchten Orte. Das bedeutet nämlich, dass sie für Besucherinnen und Besucher tendenziell sicher sind. Dieser Punkt ist in Südafrika nicht zu unterschätzen. Unsere Empfehlungen, nach Alphabet:

Bloubergstrand – das gute Leben am Meer

In diesem Stadtteil im Norden von Kapstadt stehen hohe Appartmenthäuser und gepflegte Wohnanlagen nah am Strand. Im Viertel Tableview gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants, wo auch Einheimische gerne mit ihren Familien, Freunden und Dates hingehen. Diese hier haben uns besonders gut gefallen:

Café News: Angesagtes Frühstückslokal mit großem Angebot, internationalen Kaffeespezialitäten und lebendigem Ambiente. 1 Marine Circle, Cnr Marine Drive, Blouberg Street.

Catch22: Entspanntes Restaurant mit köstlicher Fusionsküche, Seafood, Steaks und Burger, kleine Terrasse zum Draußensitzen. 1 Blaauwberg Road, Milnerton.

Primi Blue: Bei den Einheimischen beliebter, unprätentiöser Italiener. Solide italienische Küche im Franchise-Prinzip, freundliche Bedienung. 14 Beach Boulevard, Milnerton.

Bo-Kaap: Geschichte in farbigen Häusern

Straßenecke mit bunten Gebäuden und zwei farbigen Giraffenskulpturen auf Sockeln vor einem türkisfarbenen Haus unter klarem, strahlend blauem Himmel
Müssen heute nicht mehr weiß sein: die Häuser in Bo-Kaap

Das Viertel am Rand der Innenstadt ist bekannt wegen seiner leuchtend bunten Häuser, den steilen Sträßchen und seiner Geschichte: Hier leben seit jeher die sogenannten Kapmalaiien – Menschen, deren Vorfahren im 17. und 18. Jahrhundert von den niederländischen Kolonialherren aus Südostasien als Sklaven nach Südafrika verschleppt wurden. Bis heute sind die alteingesessenen Familien, die meisten Muslime, in den Häusern ansässig.

Nach Beendigung der Apartheid 1994 bemalten sie ihre Häuser in kräftigen Farben, um damit ihre Freiheit zu symbolisieren – davor mussten die Häuser weiß sein.

Bo-Kaap ist heute eine gut besuchte Touristenattraktion mit zahlreichen Kunsthandwerksgalerien und Souvenirshops – und gleichzeitig ein Wohnviertel mit Restaurants und Geschäften für den Alltagsbedarf der Bewohner.

Camps Bay/Kloof Street: High Life und Halligalli

Blick von einem Café mit Sonnenschirmen und Flechtstühlen auf einen Strand mit Palmen und Meer im Hintergrund
Camps Bay – hier waren wir sehr zufrieden mit dem Nachmittag

Hier herrscht tagsüber gechilltes High Life, abends Rambazamba. An der Victoria Road, die den Strand von den Geschäften trennt, reihen sich Surfshops, Souvenirläden und Restaurants aneinander.

Surfshack, 75 Victoria Road. Hier gönnten wir uns Leutegucken bei einer Flasche Chardonnay auf der Terrasse und waren sehr zufrieden mit wunderbarem Cape Town Feeling, knackig kühlem Wein und entspanntem Nachmittagsgroove. Nebst guten Weinen gibt es hier vor allem Seafood und Grillspezialitäten.

City Centre/Altstadt: Kapstadt zu Fuß

Die Innenstadt von Kapstadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Es gibt unzählige Geschäfte, Cafés und Restaurants. Vor allem am Wochenende versammeln sich an vielen öffentlichen Plätzen Schulklassen, um im Chor zu singen und traditionelle Tänze aufzuführen. Ein guter Startpunkt für einen Stadtspaziergang ist der von prachtvollen hohen Häusern mehrerer Epochen umgebene Markplatz namens Green Market Square.

Nelson Mandela-Statue: Vom Balkon des Rathauses von Cape Town am großen Platz namens Grand Parade hielt Nelson Mandela nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Februar 1990 seine erste öffentliche Rede. Seit 2018 ist er an genau dieser Stelle mit einer lebensgroßen Bronzestatue verewigt. Cape Town City Hall, Darling Street.

Company’s Garden: In dem üppigen und weitläufigen Stadtpark im Zentrum von Cape Town kann man sich zwischen exotischen Pflanzen und hohen Bäumen wunderbar im Schatten entspannen. Wie fast alles im modernen Südafrika hat auch diese Oase eine düstere Vorgeschichte: Angelegt wurde „Company’s Garden“ von den niederländischen Kolonialisten im 17. Jahrhundert, damit sie auf ihren Sklaven- und Handelsschiffen immer genügend Obst und Gemüse hatten. 12 Government Avenue.

Wunderschön und mit düsterer Geschichte: Der Company’s Garden in Cape Town

District Six Museum: Das Museum erzählt unter anderem die Geschichte des gleichnamigen Stadtviertels, an dessen Rand es steht. Aus dem einstmals vielfältig besiedelten District Six wurde 1968 im Zuge der Apartheid die gesamte nichtweiße Bevölkerung vertrieben und umgesiedelt. 25A Buitenkant Street.

Heaven Coffee (in der Central Methodist Mission): Am Rand des Green Market Square, im Erdgeschoss der Methodistenkirche, liegt ein süßes, kleines Café – sowohl direkt im Kirchenraum als auch mit zusätzlichen Außensitzplätzen. Hier kann man in Ruhe das Geschehen beobachten und muss weder innen noch außen Bekehrungsversuche fürchten. 38 Burg Street.

Truth Coffee: Eine ganz eigene Sehenswürdigkeit und dazu eine der berühmtesten Kaffeeröstereien Südafrikas ist dieses Lokal. Ganz im Steampunk-Stil mit viel viktorianischem Retrofuturismus- und zischendem Dampfmaschinenflair gestaltet, kann man hier nicht nur hervorragende Kaffeespezialitäten, sondern auch ordentliches Essen bekommen. 36 Buitenkant Street.

Eckgebäude mit Wandmalereien und Schriftzug 'MAMA AFRICA' über dem Eingang und an der Ecke
Bei Mama Africa sollte man keinen stillen Abend erwarten

Mama Africa: An der Partymeile Long Street liegt dieses bei internationalen und afrikanischen Touristen beliebte Lokal mit umfassendem, liebevoll dekoriertem Afrika-Theme. Es präsentiert die verschiedenen Küchen des Kontinents und bettet alles in ein Gesamterlebnis aus Trommelworkshop, Händewaschritual, jungem, fröhlichem Personal und energiegeladener Liveband. Beim „Tasting Menu“ kann man ungewohntere Spezialitäten wie die Mopane-Raupe oder Krokodil kosten – und an der Bar bei soliden Drinks einen schönen, lärmigen Abend ausklingen lassen. 178 Long Street.

Lion’s Head und Signal Hill: Autos rauf, Sonne runter

Der „Löwenkopf“ ist der zweite Hausberg von Kapstadt in der Nähe des Tafelbergs. Direkt daneben liegt der Signal Hill. Hier versammeln sich jeden Abend Einwohner und Touristen, um den Sonnenuntergang über dem Atlantik zu genießen. Das tun sie mit ihren Autos, was zuverlässig zu unüberblickbarem Chaos, verstopften Straßen und einem allgemeinen, durchaus zornigen Weder-vor-noch-zurück führen kann. Wer sich die Fahrt mit dem eigenen Auto dennoch zutraut, sollte an der Straßenseite parken, sobald sich eine freie Stelle findet – weiteres Hochfahren, um womöglich einen besseren Platz zu finden, führt zu mehr Chaos. Wer seine Nerven schonen möchte, kann auch mit einem der Hop-on-Hop-off-Touristenbusse hinauffahren.

Sea Point: Glitzernde Gischt

Wellen spritzen gegen eine Uferpromenade mit Geländer unter klarem Himmel
Gischt in Sea Point

Diese gehobene Wohngegend an der Küste wirkt mit ihren vielen, hohen, gepflegten Apartmenthäusern ziemlich leblos, punktet aber mit einer beeindruckenden Seepromenade. Hier gibt es zwar keine Geschäfte, aber man kann bei wunderbarem Licht spazieren oder joggen – und sich immer wieder von der spektakulären, meterhohen Gischt, die über die Brüstung fegt, vom Meer duschen lassen.

Tafelberg: der Thron der Stadt

Bronzefläche mit erhabener Reliefdarstellung des Tafelgebirges auf einem steinernen Podest vor einer Gruppe von Menschen mit blauem Himmel
Relief des Tafelbergs auf dem Tafelberg

Der Tafelberg ist ein absolutes Must in Kapstadt und es wäre ein großer Fehler, nicht einmal mit der Seilbahn hinaufzufahren. Die Gondel dreht sich, so dass alle Fahrgäste aus dem offenen Fenster auf die imposanten Felswände und auf die Stadt blicken können. Beides sieht von hier oben unvorstellbar spektakulär aus. Eine Fahrt dauert rund 10 Minuten. Oben gibt es verschiedene gepflasterte Rundwege mit unterschiedlichem Anstrengungsgrad, sowie mehrere Lokale und Souvenirshops. Wildes Wandern abseits der Pfade ist nicht erlaubt. Wer es anstrengender mag, kann den Berg auf Wanderwegen hinauf- oder hinunterwandern.

An der Zugangsstraße zur Talstation (Lower Tafelberg Road) gibt es Parkplätze mit den üblichen Parkwächtern. Je nachdem muss man noch ein paar Minuten die Straße bergauf laufen, und es gibt vor allem an sonnigen, windarmen Tagen keine Garantie auf einen Parkplatz. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt einen Uber oder einen der Touristenbusse.

Tourenanbieter werben oft mit Fast Lane-Tickets, mit denen man die manchmal sehr lange Warteschlange umgehen kann – für umgerechnet über 100 Euro pro Person. Auch die Seilbahn selbst bietet solche Tickets für rund 56 Euro pro Person an. Aus unserer Erfahrung ist das nicht notwendig, jedoch sollte man mit Wartezeiten von 30 – 60 Minuten rechnen. Achtung: Auch auf der Fahrt nach unten können diese Wartezeiten wieder anfallen. Es lohnt sich daher, dem Tafelberg einen ganzen Tag zu widmen, um nicht in Zeitstress zu geraten.

An windigen Tagen wird der Seilbahnbetrieb oft unterbrochen oder eingestellt. Es empfiehlt sich daher, den Tafelberg am Anfang des Besuchs in Kapstadt auf den Plan zu setzen, falls man am nächsten Tag wiederkommen muss.

Ticket Erwachsene hin und zurück: 450 Rand/Person (ca. 23 Euro, Stand Mai 2026). Die Tickets können über die Website im Voraus gebucht oder an Automaten vor Ort gekauft werden.

Die aktuellen Wetterbedingungen sowie die Termine für die erste und letzte Fahrt stehen immer auf der Website der Seilbahn: www.tablemountain.net

Victoria & Albert Waterfront: sichere Nummer

Das Gegenteil eines Geheimtipps, aber eine solide Adresse für gemütliches Schlendern in Kapstadt ist das Gebiet des ehemaligen Hafens mit unzähligen Malls, Galerien, Restaurants und Cafés.

The Watershed: In dieser Markthalle gibt es eine riesige Auswahl an Südafrikanischem Design in Kunst, Mode und Accessoires. Hier stehen weniger die kunsthandwerklichen Traditionen als zeitgenössisches und individuelles Design im Vordergrund. The Watershed ist stylisch und wer sich für avantgardistische Mode, hochwertige Handtaschen, coolen Schmuck, ausgefallene Dekorationsobjekte und ungewöhnliche Fotokunst interessiert, kann hier viele glückliche Stunden verbringen. 17 Dock Road.

Time Out Market: Direkt neben The Watershed liegt diese Halle, die als Ableger des Londoner Stadtmagazins Time Out im internationalen Stil gestaltet ist und im Stil eines stylischen Food Courts mehrere Restaurants, Pubs und Cafés vereinigt. Besonders begeistert waren wir von „The Siba Deli“. Hier gibt es kraftvolle, gehobene Südafrikanische Küche der Fernsehköchin Siba Mtongana in entspanntem Ambiente.

Woodstock: (Don’t) Walk on the Wild Side

Dieses raue Viertel zwischen Innenstadt und Strand ist für seine kraftvolle Street Art bekannt. Viele der mehr oder weniger heruntergekommenen Gebäude sind mit großflächigen Murals bemalt, die man am entspanntesten im Rahmen einer geführten Tour besichtigt.

Hauptader von Woodstock ist die Albert Road, eine Durchfahrtstraße mit Geschäftshäusern, wo für Fußgänger nicht viel los ist. Vor allem in den Seitenstraßen und in Richtung der Autobahnzufahrt haben Obdachlose die Oberhand und man sollte sich dort, vor allem, wenn man alleine unterwegs ist, aufmerksam und eher vorsichtig bewegen – und nur bei Tageslicht. Entspannter ist es am Samstag und Sonntag, wenn in der gentrifizierten Old Bisquit Mill an der Albert Road der wöchentliche Food- und Kunsthandwerksmarkt abgehalten wird.

Hier gibt es dann spannende Mode der lokalen Designschule, Möbel und Accessoires zu sehen, und man kann mit den vielen Kaffee- und Essstände einen gechillten Sonntagnachmittag verbringen.

Neighbourgoods Market in der Old Biscuit Mill, 373-375 Albert Road. Immer samstags und sonntags 9 – 16 Uhr.

Hout Bay Harbour Market: fast ein Geheimtipp

Am südlichen Ende von Kapstadt liegt der Vorort Hout Bay. Entlang der Küstenstraße erreicht man das ehemalige Fischerdorf in einer Viertelstunde. Ganz am Ende der Straße liegt die eher unscheinbare Markthalle. Doch im Innern gibt es immer von Freitag bis Sonntag authentisches Kunsthandwerk, funky Mode, coole T-Shirt, entspannte Atmosphäre und ein fast unüberschaubares Angebot an köstlichem Streetfood sowie Live-Musik. 31 Harbour Road, Hout Bay. www.bayharbour.co.za/

Die Kaphalbinsel:

Die Kaphalbinsel lässt sich gut auf einem Tagesausflug erkunden. Zierlich reihen sich die kleinen Küstenörtchen aneinander, die alle als Vororte von Kapstadt gelten: Muizenberg, St. James, Kalk Bay, Fish Hoek, Glencairn, Simon’s Town. Viele von ihnen bezaubern mit eigenen Tidal Pools: natürliche Felsenbecken, in denen sich das Wasser des Atlantik sammelt und man ohne Strömung und Gezeiten planschen kann.

Von Kapstadt bis Simon’s Town fährt direkt am Ufer des Atlantiks ein Pendlerzug, der auch bei Touristen sehr beliebt ist: die Southern Line der städtischen Metrorail.

Muizenberg: Hauptattraktion des kleinen Surfer-Hotspots sind die bunten Holzbadehäuschen am Strand. Die Reiserin fand die modernistische Architektur darum herum allerdings fast noch spannender.

Simon’s Town: Hier reihen sich an der Hauptstraße Boutiquen und Cafés aneinander und man kann gut schlendern.

Pinguinkolonie am Boulders Beach: Ein paar Fahrminuten südlich von Simon’s Town befindet sich eine bezaubernde und inzwischen weltberühmte Kolonie kleiner, schwarzweißer Brillenpinguine, die in Afrika einzigartig ist.

Eine Erfahrung in unberührter Wildnis sollte man allerdings nicht erwarten. Vom Parkplatz läuft man mit vielen anderen Besuchern in ca. 10 Minuten zu den Kassenhäuschen, steht in der Schlange, bezahlt 245 Rand (ca. 13 Euro, Stand Mai 2026) pro Person, und darf dann auf erhöhten Holzstegen über die Dünen wandeln, wo sich die Pinguine versammeln. Meist kommen diese recht nah zu den Stegen, so dass man sie aus nächster Nähe beobachten kann – aber eben umringt von größeren Mengen anderer Besucher, von denen viele raumfüllend damit beschäftigt sind, den richtigen Winkel für ein Selfie mit Pinguin zu finden.

Das Kap der Guten Hoffnung:

Hier kommt leicht Verwirrung auf, denn es gibt an der Südspitze der Kaphalbinsel mehrere Orte mit diesem Namen. Die berühmte Tafel mit der Aufschrift findet man leicht: Da anhalten, wo die ganze Straße mit parkenden Autos und Reisebussen zugestellt ist, zu Fuß an diesen entlang bis zum Ende der Monsterwarteschlange gehen und dann die 2,4 Sekunden nutzen, wo man alleine an dem Schild stehen und ein Foto machen kann, bevor die nächsten Fotowilligen ungeduldig werden.

Große Gruppe von Menschen steht eng gedrängt auf felsigem Küstenabschnitt bei klarem Himmel und blickt auf Informationstafeln
Am Kap der Guten Hoffnung ist niemand alleine

Außerdem gibt es noch in zwei Kilometer Entfernung den Cap Point, eine 250 m hohe Klippe mit Leuchturm und Seilbahn dorthin – The Flying Dutchman.

Darüber übersieht man leicht den Rest des weitläufigen und ruhigen „Table Mountain National Park“, zu dem die Südspitze der Kaphalbinsel gehört, und wo man sehr gut wandern kann.

Das Highlight: der Chapman’s Peak Drive

Der Höhepunkt des Ausflugs auf die Kaphalbinsel war für uns die Rückfahrt: Weil wir extra im Uhrzeigersinn gefahren sind, konnten wir für die Rückfahrt im spektakulären Abendlicht an der Westseite auf dem Chapman’s Peak Drive zurückfahren.

Diese kurvenreiche Panoramastraße hoch über der Atlantikküste gilt als eine der schönsten Straßen in Südafrika: wunderschöne Aussichten auf das weite Meer, steile Felswände und ein betörendes Abendlicht.

Der Song des Tages ist heute „Xica da Silva“ von Miriam Makeba. Die große südafrikanische Sängerin mit der unverwechselbaren Stimme hatte ein enormes künstlerisches Spektrum, das auch brasilianische Musik umfasste. Ihre Interpretation dieses Stücks stammt von 1978.

Demnächst an dieser Stelle: Unsere Tipps für die Garden Route von A-Z und unsere Gedanken zum Reisen in Südafrika allgemein.