Südafrika Schwarzweiß: Kapstadt und die Garden Route

Als wir nach Südafrika reisten, hatten wir nicht viele Vorstellungen, was uns erwartet.
Zuerst wollten wir ein paar Tage in Kapstadt verbringen und dann die berühmte Touristenstrecke namens Garden Route bis nach Port Elizabeth langfahren. Von dort sollte es mit dem Flieger via Kapstadt wieder nach Hause gehen. Dieser Plan ging auf: Autofahren und Fliegen ist einfach und komfortabel im südlichen Südafrika.
Die Orte und Landschaften, die wir besuchten, waren alle auf unterschiedliche Weise schön und intensiv. Womit wir nicht gerechnet hatten: Auch wenn die Apartheid seit über 30 Jahren abgeschafft ist – ihre Spuren sind überall sichtbar und sie beeinflussten für uns, wie wir als Weiße in diesem Land unterwegs waren.
Darum wird es hier demnächst nochmal gesondert gehen.
Unsere konkreten Tipps für Kapstadt und die Kaphalbinsel finden sich hier.
Unsere Tipps für die Garden Route folgen demnächst.















Kapstadt: cool und weitläufig
Cape Town ist eine coole, weitläufige Stadt, die sich wie eine Decke zwischen mehrere Berge und bis ans Meer legt. Über allem thront der unschlagbare Tafelberg, der uns mit seiner Form und seinem Charakter zu jeder Tages- und Nachtzeit den Mund offen stehen ließ. Vorausgesetzt, er war nicht gerade im Nebel verborgen, was auch bei Sonnenschein alle paar Minuten passieren kann.

Direkt unterhalb von Cape Town beginnt ein Landzipfel, der „Kaphalbinsel“ heißt. Er ist etwa 50 Kilometer lang, bis zu 18 Kilometer breit und damit für einen Tagesausflug geeignet. Hier liegen viele der touristischen Hauptattraktionen: der Badeort Muizenberg mit seinen vielfotografierten, bunten Badehäuschen, die Pinguinkolonie von Boulders Beach und das sagenumwobene Kap der guten Hoffnung.
Vielfalt, Schönheit, ruhige Weite – und Geschichte
Die Vielfalt der Stadt, die Schönheit der Landschaften und die ruhige Weitläufigkeit der südlichen Südafrikas haben uns beeindruckt und berührt. Auch die geschichtsträchtige Stadt Gqeberha/Port Elizabeth, die am Endpunkt unseres Roadtrips lag, hat uns sehr bewegt. Doch dauerte es lange, die vielen Eindrücke, die wir unterwegs bekommen haben, miteinander in Einklang zu bringen. Ganz haben wir es noch immer nicht geschafft.
Gebadet haben wir in Südafrika übrigens kein einziges Mal: Da, wo es Badestrände gibt, sind sie wunderschön. Aber zum Baden ist der Südatlantik an den meisten Orten zu wild und zu kalt.

Unsere konkreten Tipps für Südafrika, Kapstadt und die Kaphalbinsel finden sich hier.
Unsere Tipps für die Garden Route folgen bald.
Ist das südliche Südafrika für Touristen sicher?
Grundsätzlich ja, aber man sollte zumindest als Tourist ohne lokale Erfahrung einige Sicherheitsvorkehrungen beachten: Keinen Reichtum zur Schau stellen, vor allem keinen teuren Schmuck und auffällige Uhren tragen. Handy und Kamera diskret handhaben und nicht mehr Bargeld als nötig dabei haben – allerdings immer genug, um die vielen Parkwächter zu bezahlen. Keine Wertsachen im Auto lassen und den Wagen immer abschließen, auch wenn man drin sitzt, besonders, wenn man an Kreuzungen auf Grün wartet. Nachts weder zu Fuß noch mit dem eigenen Auto unterwegs sein, sondern sich auch für kurze Strecken in der Innenstadt ein Taxi oder Uber nehmen.
Und es wird überall davon abgeraten, Anhalter mitzunehmen. Das fanden wir am Schwierigsten, weil vor allem am späten Nachmittag an den endlosen Straßen der Garden Route oft Menschen mit Geldscheinen winkend am Straßenrand ums Mitgenommenwerden baten – und wir wussten, wie lang in der dünn besiedelten Gegend die Wege zu Fuß sein müssen.
Wir sind nie in bedrohliche Situationen gekommen, haben aber auch keine Risiken gesucht. Vielmehr haben wir uns auf unserer kurzen Reise ausschließlich auf touristischen Wegen bewegt – wo wir kaum mit Einheimischen in Kontakt gekommen sind.
Das fühlte sich für uns falsch an. Gleichzeitig aber vielleicht auch richtig: So selten wie an keinem anderen Ort der Welt, den wir jemals besucht haben, signalisierten Einheimische – unabhängig der Hautfarbe – dass sie an einem kleinen Schwätzchen interessiert sind. Ist das so in Südafrika? Lag es an uns? Wir werden es nie wissen.
Wie ist das Essen?






Die Küche in Südafrika ist im wahren Sinn des Wortes multikulturell. Überall gibt es frische Meeresfrüchte, aber auch Burger und Steaks sind weit verbreitet – legendär ist das Braai, der südafrikanische Begriff fürs Grillen. Oft begegnete uns auch die Italienische Küche sowie andere europäische Einflüsse. Die Küchen anderer afrikanischer Länder findet man hingegen, zumindest als Touristen, nicht ohne Weiteres.
Die Preise sind je nach Location ungefähr 30 bis 50 Prozent günstiger als in Deutschland.
Ein ganz großes Plus sind die vielen einheimischen Weine, die es überall für kleines Geld gibt. Ebenfalls verbreitet sind viele, auch handwerkliche, Biersorten.
Fazit: Ja zum südlichen Südafrika – und wissen, was einen erwartet
Kapstadt und die Garden Route bieten wunderschöne Landschaften, kraftvolle Kultur, großartiges Essen und an einigen Orten hübsches, allerdings uns irgendwie zu reinweißes Kleinstadtflair. Dazu eine vitale, spannende Großstadt – mit Gqeberha/Port Elizabeth sogar zwei. Was Südafrika an vielen Orten nicht bietet: völlig unbeschwerten Reisegenuss und leichtherziges Flanieren.
Unsere Route:
Cape Town – Stellenbosch – Somerset West – Vermont – Hermanus – Riviersonderend – Mossel Bay – Plettenberg Bay – Gqeberha/Port Elizabeth.
Dafür waren wir 14 Tage mit Mietwagen auf eigene Faust gemütlich unterwegs.
Hier unsere Live-Berichte von den einzelnen Etappen – Reisezeit Februar 2026
Tag 1 in Südafrika: Ein erstes Hallo aus Kapstadt (Cape Town)
Tag 2: Eine Kelle Kapstadt (Cape Town)
Tag 3: Rumkurven (Cape Town)
Tage 4 und 5: Und immer wieder der Tafelberg (Cape Town)
Tage 6 und 7: On the Road (Garden Route, Stellenbosch, Cape Town)
Tage 8 und 9: HerrBert am Kap der Guten Hoffnung (Kaphalbinsel, Simons Town, Cape of Good Hope, Misty Cliffs Road, Champman’s Peak Drive)
Tage 10 und 11: Ein Tag im Auto, ein Tag am Meer (Garden Route, Hermanus, Vermont, Riviersonderend, Mossel Bay, Plettenberg Bay)
Tage 12 und 13: Wie spricht man Gqeberha aus? (Port Elizabeth/Gqeberha, Sea View, Cape Recife)
Tschüß Kapstadt, Goodbye Südafrika (Cape Town)
