Das ist ein doppelt verwirrender Titel. Die Zeitumstellung zur Sommerzeit ist ja erst in knapp drei Wochen. Und dann stellen wir die Zeit auch nicht zurück, sondern erstmal vor. Darüber freut sich die Reiserin immer noch jedes Jahr, weil es das Startsignal ist für das halbe Jahr, in dem wir – das sagt die Erfahrung – Sonne, Leichtigkeit und endlos lange Tage erleben werden. Aber noch nicht jetzt. Wir meinen etwas anderes: Zeit zurück vom Südafrikanischen Sommer auf den Berliner Vorfrühling.
Song des Tages (mehr dazu unten)
Noch sind die Bäume kahl und das Blau am Himmel blass. Nur weil der bissige Ostwind mal schweigt, ist es noch lange nicht warm. Es ist bloß nicht mehr mützen-und-handschuhe-kalt. Wenn man es nicht besser wüsste, käme es einem noch immer vor wie der ewige Winter. Aber nach 30 bis 60 Berliner Winter wissen wir es einfach: Es dauert nicht mehr lange, dann sind die Bäume und Büsche von einem zum nächsten Tag grün, als sei es nie anders gewesen. Das fühlt sich immer an wie ein kleines Wunder.
Der kuriose Schlosspark in Babelsberg
Gestern haben wir die Vorfreude darauf – und den Frauentag – mit einem kleinen Ausflug zu einem unserer liebsten Naherholungsorten gefeiert: dem Schlosspark in Babelsberg. Traditionell bedeutet das für uns ein Kuchenpicknick in der Heckklappe von HerrBerts Auto und ein Spaziergang durch die kuriose Anlage. Bequem hingelümmelt, den mitgebrachten Kaffee eingeschenkt, die Kuchenteller mit Apfeltraum und Mangosahne bestückt und dann fröhlich mampfend auf die Glienicker Lake und zur Glienicker Brücke geguckt. Später kommt noch ein Gläschen Sekt dazu, dazwischen liegt ein Spaziergang über die wunderhübsche Anlage, auf der bereits die Schneeglöckchen und Krokusse sprießen.

Anno dunnemals war hier der Sommersitz des Kaisers, baulich vom in Preußen unvermeidlichen Hofarchitekten Schinkel ursprünglich im eher klassizistischen Stil geplant, jedoch auf Geheiß der Prinzessin Augusta dann dem Windsor Castle sowie diversen Burgen am Rhein nachempfunden. Augusta war nämlich dort auf Reisen gewesen und fand die mittelalterlichen Gemäuer schick.



So wirken die Anlage mit dem Ziegelbau und seinen Nebengebäuden heute ungefähr so, wie wenn Harald Glööckler, Rudolf Mooshammer und Liberace gemeinsam eine minimalistische Phase gehabt und zusammen eine Sommerfrische entworfen hätten: verschnörkelte Türmchen, zierliche Zinnchen, sich windende Weglein und sanfte Hügelchen.


Auch ein kleines Brücklein über einen gerade nicht vorhandenen Bach ist vorhanden – es hat aber keine Chance gegen die in der Ferne majestätisch die Havel überspannende Glienicker Brücke. In ihrer Mitte verläuft die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg, und hier wurden im Kalten Krieg mehrmals Menschen ausgetauscht, die jeweils von der Gegenseite unter Spionageverdacht inhaftiert gewesen waren.

Demnächst werden wir hier nochmal ein paar Dinge aus Südafrika erzählen. Aber jetzt musste erstmal die Seele wieder auf Berlin eingegroovt werden.
Wir wünschen eine sonnige Woche!
Der Song des Tages ist heute „Wenn’s draußen grün wird“ von Manfred Krug. Erschienen ist das muntere Jazz-Schläger-Stück auf dem Album „Ein Hauch von Frühling“, das Krug – nicht nur „Liebling Kreuzberg“, sondern auch ein renommierter Jazz-Sänger in der DDR – zusammen mit dem erfolgreichen Komponisten und Bandleader Günther Fischer 1972 veröffentlichte: Wenn’s draußen grün wird, fällt mir nur noch Liebe ein (oh yeah)

